Konzeptionelle Gedanken -
"Wenn wir in unserer täglichen Arbeit etwas ändern wollen, müssen wir etwas anders machen."
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Allgemeines Die Genehmigung der Durchführung des Unterrichts einer
Sonderschule wurde durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg
im Jahr 1996 erteilt. In unserer
Förderschule mit Ausgleichsklassen in privater freier
Trägerschaft werden Kinder und Jugendliche beschult, welche mit starker
Schulaversion, Schulbummelei und/ oder starken Verhaltensstörungen zu uns
kommen und deren Integration in einen größeren Klassenverband an den
Regelschulen nicht mehr
gewährleistet werden kann. In unserer Schule werden maximal 100 SchülerInnen von 29 PädagogInnen (1 Schulleiter und 1 Sekretärin, 18 LehrerInnen, 9 pädagogischen MitarbeiterInnen) unterrichtet und betreut. Diese SchülerInnnen werden in zurzeit 18 Klassen mit entsprechenden Klassenräumen beschult. Der Tagesablauf in der Schule Das Lehrerkollegium trifft sich täglich 7:00 Uhr zu einer Beratung und Einweisung in den Schultag. Dabei werden eventuelle Probleme, die am Nachmittag des Vortages aufgetreten sind und den Tagesablauf beeinflussen können, besprochen. Die TagesschülerInnen werden durch Taxiunternehmen zur Schule gebracht oder kommen aus dem Kinder- und Jugenddorf direkt zu den einzelnen Klassenräumen. Unser Unterrichtstag dauert von 07.45 - 13.30 Uhr und beinhaltet vier Lernphasen. Hierbei wird in den ersten drei Lernphasen 70 Minuten und in der verbleibenden Lernphase 40 Minuten unterrichtet. Zur Auflockerung des Tages werden Betreuungs- und Bewegungsphasen in den Unterrichtsablauf eingebunden. Entsprechend den schulischen Bedürfnissen oder den Festlegungen der Förder- und Erziehungspläne erhalten unsere SchülerInnen je nach Bedarf Förderunterricht in den einzelnen Schulfächern. Diese unterstützende Maßnahme umfasst 1-2 Unterrichtsphasen pro Woche mit einem zeitlichen Umfang von 40-70 Minuten. Wir pflegen
engen Kontakt zu anderen Schulen, wie z.B. der Sekundarschule Könnern mit
der wir gemeinsame
Sportwettkämpfe oder Freizeitveranstaltungen organisieren. Der Schulalltag: 1. Teil Klassenleiterstunde 7:45 - 8:10 Uhr Hier werden u. a. in Form eines Morgenkreises Tagesziele abgesteckt, Probleme besprochen und die Grundlagen für einen positiven Start in den Schulalltag gelegt. Weiterhin hat jede Klasse ein kleines Revier innerhalb des Schulgeländes, welches in der Zeit der Klassenleiterstunde von Papier oder anderen Überresten gesäubert wird. 1. Unterrichtsphase 8:15 bis 9:25 Uhr (Unterricht, therapeutische Maßnahmen oder Betreuung laut Stundentafel) Nach der 1.Unterrichtsphase folgt eine Hofpause (15 Minuten), in welcher die SchülerInnen die Möglichkeiten des Schulhofes zur Erholung nutzen können. 2. Unterrichtsphase 9:40 bis 10:50 Uhr (Unterricht, Förderphase, therapeutische Maßnahmen oder Betreuung laut Stundentafel) Nach der 2.Unterrichtsphase wird in einer großen Pause (25 Minuten), für die ebenfalls der Schulhof genutzt wird, ein vielfältiges Angebot zur aktiven Pausengestaltung präsentiert. Hier gibt es die Möglichkeiten, Fußball oder Tischtennis zu spielen, mit Straßenkreide zu malen, Musik zu hören, sich anderweitig sportlich zu betätigen oder sich einfach nur zu erholen. 3. Unterrichtsphase 11:15 bis 12:25 Uhr (Unterricht, Förderphase, therapeutische Maßnahmen oder Betreuung laut Stundentafel mit einer kleinen Pause zum Wechsel der Unterrichtsräume) 4. Unterrichtsphase 12:30 bis 13:10 Uhr (Unterricht, Förderphase, therapeutische Maßnahmen oder Betreuung laut Stundentafel mit einer kleinen Pause zum Wechsel der Unterrichtsräume) 2.Teil Klassenleiterstunde 13:15 bis 13:30 Uhr Hier erfolgt die Auswertung des Tages, die Einschätzung der Schüler gemeinsam mit dem Lehrer zu den gestellten Tageszielen. Anschließend werden die Klassenräume gesäubert. Um etwas Abwechslung in den Wochenablauf zu bringen, wird jeder Freitag als ein Tag der Projekte und der etwas anderen Unterrichtsarbeit durchgeführt. So beginnen viele Klassen diesen Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, arbeiten fächer- und jahrgangsübergreifend zusammen oder nutzen den Tag zur umfassenden Freiarbeit. In der Zeit von 12:00 bis 13:10 Uhr werden dann folgende AG´s, in die sich die SchülerInnen je nach Interessengebiet eingliedern können, angeboten:
Ein jährliches Betriebspraktikum in Betrieben und Firmen der Umgebung wird neben dem Praxistag durchgeführt. Für zwei Wochen lernen die Schüler ab der 8. Klasse (oder überalterte SchülerInnen die dieser Klassenstufe zugeordnet werden müssten) die Arbeitsweise einzelner Betriebe kennen und müssen dabei lernen, auch in fremder Umgebung mit ihnen fremden Personen "klar zu kommen". Während des Praktikums werden die Schüler von einer Lehrkraft am Praktikumsplatz regelmäßig besucht. Außerdem führen sie selbstständig einen Praktikumshefter. Aber auch alle anderen Klassen bereichern ihren Unterricht durch das Planen und Durchführen von Projekten. Dies sind zum Beispiel die Projekte: - Natur erleben - Gesunde Lebensweise - Besuch von öffentlichen Einrichtungen und Betrieben - AIDS - wie kann ich mich schützen? - Umgang mit Drogen - Gewalt ist keine Lösung
Konzeptionelle Grundgedanken Alle unsere Kinder und Jugendlichen sind in ihrer Art eigenständigen Menschen, mit achtenswerten Eigenschaften und eigener Würde. Wir nehmen die Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule besuchen erst einmal so an, wie sie sind, mit ihren großen Problemen, ihren schlechten Erfahrungen, sozialen Defiziten, massiven Verhaltensstörungen, aber auch mit ihren Fähigkeiten, Kenntnissen und ihrer Individualität. Ein Motto unserer Arbeit lautet: Schule soll Spaß machen und trotzdem Wissen vermitteln! Die Arbeit am Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Tätigkeit, das gegenseitige Miteinander, das Akzeptieren anderer Meinungen und das Lösen von Stresssituationen ohne Gewalt. Wir versuchen unseren Schülern positive Schul- und Lebenserfahrungen zu vermitteln, ihr Selbstvertrauen zu stärken und Defizite nach und nach auszugleichen, damit sie besser auf Fremd- und Selbstforderungen reagieren können. Wir fördern das Streben nach Selbstständigkeit und versuchen einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie ernst genommen werden. Nur so kann gegenseitiges Vertrauen wachsen und ein Gefühl entstehen, nicht allein mit allen Problemen zu sein. Unser Zusammenleben gründet sich auf der Absprache und Einhaltung von exakt festgelegten Regeln und Normen sowie einer regelmäßigen Auswertung. Mit steigender Schülerzahl in den letzten Schuljahren ist es zu beobachten, dass es auch Kinder und Jugendliche gibt, die sich in die Gegebenheiten unserer Schule nicht einordnen können. Hierzu gehören Kinder und Jugendliche mit hartnäckigen Leistungsverweigerungen aber auch solche, die andere Kinder und Erwachsene verbal und nonverbal attackieren oder selbst angegriffen werden. Die Beschulung in einer sonderpädagogischen Fördereinrichtung sollte auch diesen Kindern und Jugendlichen die Chance geben, sich in eine schulische Gemeinschaft einzugliedern. Mit der Gründung einer Projektklasse im Jahr 1999 haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Hier wird noch individueller, auf die spezielle Problematik der SchülerInnen abgestimmt, gearbeitet. Ein großer Bestandteil der Arbeit liegt im praktischen Betätigungsfeld, im offenen- oder Projektunterricht. Im Schuljahr 2003/2004 eröffneten wir ein Werkstattprojekt. Zielgruppe sind Jugendliche der 7.-9. Klasse, die an ihren Herkunftsschulen besonders durch Schulfrust und Schulaversion aufgefallen sind und auch unter unseren Strukturen im kleinen Klassenverband mit vollem Stundenumfang nicht mehr beschulbar sind. Im Werkstattprojekt sollen diese Jugendlichen über einen handlungspraktischen Ansatz einen anderen, intrinisch-motivierten Zugang zu schulischen Lerninhalten finden. Im Zentrum der pädagogischen Ziele stehen neben der Stoffvermittlung des Lehrplans insbesondere Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Sozialkompetenz, Kreativität, Erlernen von Arbeitstechniken ... Diese Jugendlichen werden dann überwiegend mit praxis- und handlungsorientierten Tätigkeiten in Verbindung mit integriertem Unterricht ihre Schulpflicht erfüllen oder einen erfolgreichen Schulabschluss erreichen. Unsere Einrichtung nutzt die gegebenen Gestaltungsmöglichkeiten einer Schule in freier Trägerschaft durch zusätzliche, individuelle Förderangebote im Leistungs- und Verhaltensbereich. So werden zum Beispiel Übungen und Kurse mit Psychologinnen zur Lösung von Konfliktsituationen und Verhaltenstraining bei Schulaversion angeboten. Weiterhin besteht bei uns die Möglichkeit der psychologischen und heilpädagogischen Betreuung, der Bewegungs- oder Reittherapie. Bei der Reittherapie erlernen die Kinder und Jugendlichen u. a. das Reiten, die Pflege und den Umgang mit Pferden oder anderen Tieren. Im Rahmen einer ganzheitlichen Erziehung bieten wir Projekttage zu verschiedenen Themen, Erlebnispädagogik sowie Feste und Feiern an. Ein speziell ausgebildeter Erlebnispädagoge vermittelt besonders auffälligen Jugendlichen in Tages- oder Mehrtagesfahrten Grenzerfahrungen, die die Maßnahmen, die innerhalb unserer Einrichtung durchgeführt werden, unterstützen. Schule muss im Ganzen betrachtet werden. Das beginnt beim Schülertransport, der Gestaltung von Unterrichts- sowie Pausenräumen und einem freiwilligen Angebot. In einer angenehmen Umgebung lässt es sich eben besser lernen. Kinder und Jugendliche mit Schwächen wie der Beherrschung der deutschen Sprache, dem Lesen oder Rechnen sind zu fördern, sonst werden sie im Alltag zu Außenseitern. Adipöse Kinder sind durch Ernährungs- und Bewegungsangebote zu unterstützen, sonst werden sie gnadenlos ausgegrenzt. Das gleiche gilt auch für Hochbegabte. Auch deren Stärken sind zu fördern: sei es Musik, Mathematik oder Sport. Ausgrenzung führt auch zu negativem Stress und belastet Kinder und Jugendliche, Lehrer und Eltern.
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Der Wettbewerb Um die Schüler zu motivieren, sie anzuspornen und ihnen einen Anreiz zu geben, ihr eigenes Verhalten zu steuern, wurde eine Punkteliste erarbeitet, die abrechenbar und übersichtlich für Schüler und Lehrkräfte ist. Die SchülerInnen erhalten für jede Unterrichtsstunde bis zu 3 Punkte auf die Kriterien Pünktlichkeit, Ordnung, Mitarbeit, Provokation. In der Klassenleiterstunde zum Tagesausklang werden die Punkte gemeinsam mit den Schülern ausgewertet. Jeden Montag findet in der Klassenleiterstunde ein Meeting statt, bei welchem die Wochensieger und -verlierer bekannt gegeben werden. Die besten SchülerInnen erhalten eine Urkunde. Ein besonderer Anreiz ist es, diese Urkunden zu sammeln und für eine entsprechende Anzahl eine Auszeichnung in Form einer Exkursion, Wanderfahrt oder ähnlichem zu erhalten. Unser Augenmerk im Schülerwettbewerb liegt in der unmittelbaren Verhaltensreflexion, deren Grundlage kleinschrittige und überschaubare Ziele sind. Des Weiteren steht es jeder Lehrkraft frei, individuelle Stimuli und Verstärker in ihrer Unterrichtsarbeit einzusetzen. Förder- und Erziehungspläne Die Förder- und Erziehungspläne werden nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit von ca. sechs bis acht Wochen für jeden Schüler individuell erstellt. Sie dienen dann als Arbeitsgrundlage für das laufende Schuljahr und werden bei Bedarf ergänzt oder geändert. Für die Erstellung berät sich der Klassenlehrer im Team mit Fachlehrern, wobei konkrete Beobachtungen, Anmerkungen und Hinweise der Mitarbeiter und der Therapeuten einfließen. Es erfolgt eine Einschätzung des aktuellen Lern- uns Sozialverhaltens eines jeden Schülers, welche mit individuellen, auf die Schülerpersönlichkeit abgestimmten Förderschwerpunkten und Maßnahmen zur Umsetzung festgehalten werden. Die Entwicklung der SchülerInnen wird nach einem festgelegten Zeitraum im Team analysiert, um daraus weitere Zielstellungen abzuleiten. Die Förder- und Erziehungspläne erhalten die Erzieher, Eltern sowie die zuständigen Jugendämter. Die Förderbereiche umfassen folgende Schwerpunkte: - Kognition / Denken - Wahrnehmung - Sprache / Kommunikationsfähigkeit - Motorik - Emotionale und volitive Komponenten - Sozialverhalten - Lern- und Arbeitsverhalten Die Fortschreibung der Förder- und Erziehungspläne erfolgt entsprechend des erreichten Entwicklungsstandes nach spätestens einem Jahr. Die Zusammenarbeit mit Erziehern und Eltern Es werden regelmäßig Besprechungen über die Belange der einzelnen SchülerInnen mit den Erziehern und Eltern durchgeführt. Ein wichtiger Punkt der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Erstellung von Hilfeplänen und gegebenenfalls gemeinsame Gespräche mit den Jugendämtern über die Entwicklung und Perspektiven des entsprechenden Kindes. Die von den Lehrkräften erstellten Förderpläne werden mit den Erziehern und Eltern abgestimmt. Regelmäßige Schulkonferenzen (z.B. Gesamtkonferenz) sind ein weiteres wichtiges Moment der Zusammenarbeit. Es werden zwei Elternversammlungen im Jahr durchgeführt, zu denen die Eltern eingeladen werden, um über die Entwicklung ihrer Kinder und die schulischen Belange informiert zu werden. Die Eltern haben jedoch auch ständig die Möglichkeit sich telefonisch oder persönlich mit den entsprechenden Lehrkräften in Verbindung zu setzen. Auch durch die Hilfeplangespräche in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern ergeben weitere Beratungsmöglichkeiten mit den Eltern. Sonstiges Für interessierte SchülerInnen werden in den Nachmittagsstunden ab ca. 14:00 Uhr Arbeitsgemeinschaften durch die Lehrkräfte und Mitarbeiter angeboten. So können folgende Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung genutzt werden: - Reiten - Volleyball / Fußball - Freizeitsport (Rad fahren, Tischtennis, Dart) - Arbeit am PC - Erlebnispädagogik - Basteln mit Holz und Gips / Seidenmalerei
Bei SchülerInnen, die Reit- oder
Bewegungstherapie, die Betreuung von Heilpädagogen und Psychologen in
Anspruch nehmen, wird durch diese MitarbeiterInnen während der Schulzeit die
gemeinsame pädagogische Arbeit ergänzt. Die regelmäßigen Weiterbildungen der Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeitern sind genauso selbstverständlich wie die Teamberatungen nach jedem Unterrichtstag. Schlussgedanken "Wenn wir in unserer täglichen Arbeit etwas ändern wollen, müssen wir etwas anders machen". Dies war der Ausgangspunkt unserer Überlegungen zur Entwicklung eines Schulkonzeptes, welches uns Pädagogen und auch den SchülerInnen unserer Schule ermöglicht miteinander den Schulalltag zu bewältigen. Nicht selten fahren wir unzufrieden nach Hause und hinterfragen die geleistete Arbeit. Scheinbar wurde wieder nichts erreicht. Der Kopf dröhnt und der letzte Konflikt mit den SchülerInnen liegt noch schwer im Magen. "Warum tue ich mir diesen Stress Tag für Tag an?" Eine Frage, die unseren Pädagogen nicht selten durch den Kopf gehen. Aber ist es nicht auch für viele SchülerInnen ein großer Schritt, die Schule überhaupt wieder regelmäßig zu besuchen? Wir glauben schon! Aus diesem Grund bemühen wir uns, die Kinder und Jugendlichen dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, um ihnen den Widereinstieg in den Schulalltag so einfach wie möglich zu gestalten, Freude, Spaß und Erfolgserlebnisse zu vermitteln. Viele Abläufe unserer täglichen Arbeit sind eingespielt und tragen so zu einem in der Regel ruhigem Tagesablauf bei. Uns war es wichtig den Kindern und Jugendlichen einen strukturierten Schulalltag zu bieten, da sie sich daran schnell gewöhnen und er einfacher nachzuvollziehen ist. Der Unterricht in Lernphasen, die Pausengestaltung, der Wettbewerb und die Schulprojekte sind Maßnahmen, die sich bewährt haben. Wir sind natürlich weiter bestrebt unser Angebot, unseren Schulalltag den Anforderungen der Kinder und Jugendlichen entsprechend zu gestalten. Unser Schulkonzept darf jedoch nicht als starres Gebilde betrachtet werden, welches die Arbeit mit den SchülerInnen auch an anderen Schulen vereinfachen könnte. Durch unsere ständig wechselnde Schülerschaft ergeben sich im Laufe eines Schuljahres Veränderungen, auf die flexibel reagiert werden muss und kann. Die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen, mit all ihren kleinen und großen Problemen, kann nur in einem Team erfolgreich geschehen. Hier liegt ein entscheidender Punkt in unserer täglichen, schwierigen Arbeit. Durch unsere schon vor dem Unterricht durchgeführten Beratungen können wir auf Konflikte und Probleme der Kinder, die sich am Nachmittag noch ergaben sofort reagieren oder einstellen. In diesen Gesprächen versuchen wir für uns Pädagogen und für die Schüler eine Lösung zu finden, die von vornherein einen ruhigen Start in den Schulalltag ermöglichen kann. Allheilmittel oder andere Methoden durch die die Gefühls- und Verhaltensstörungen "unserer" Kinder gelöst werden können, gibt es einfach nicht. Diesen Fakt haben auch wir schnell in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen erfahren. Wir aber können gemeinsam mit unseren SchülerInnen den Schulalltag so gestalten, dass für uns Pädagogen und auch für die Schüler am Ende eines Tages, einer Woche oder auch eines Schuljahres ein Ergebnis steht, dass abrechenbar ist. Sollte es die (erfolgreiche) Reintegration in die Regelschule sein, wäre dies natürlich der Idealfall. In einer Beratungsrunde am Ende eines jeden Unterrichtstages werten alle KollegInnen aus, welche Probleme, Konflikte, aber auch Erfolge an diesem Tag zu verzeichnen waren. Hier wird in einer offenen Runde alles angesprochen, was jeden Kollegen bewegt, um von den Erfahrungen anderer Lehrkräfte zu profitieren und Hilfen für die tägliche Arbeit finden und geben können. Dies trägt nach einem anstrengenden Schultag zum Wohlbefinden aller KollegInnen bei, denn jeder kann über seine Erlebnisse reden, um aufgetretene Probleme für sich besser zu bewältigen. Des Weiteren wird zur Verbesserung der eigenen Arbeit mit den Kindern alle 14 Tage eine interne Fortbildung in zwei Arbeitsgruppen, die den Bereichen Lernbehinderten- und Verhaltensgestörtenpädagogik umfasst, durchgeführt. Hier beschäftigen sich die PädagogInnen vor allem mit theoretischen Grundlagen der Sonderpädagogik in Verbindung mit den täglichen, praxisbezogenen Erfahrungen. Dies ist wichtig, um der Forderung nach Professionalität im Beruf gerecht zu werden und hilft bei der täglichen Arbeit, um den Kindern wieder Spaß an der Schule und der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit zu geben. Zur weiteren Steigerung der Qualität unserer Arbeit tragen auch individuelle Gespräche unter den KollegInnen und nicht zuletzt auch das Beisammensein in lockerer Atmosphäre zum Beispiel bei Geburtstags- und anderen Feierlichkeiten bei. Im Laufe der letzten Jahre konnte sich somit ein stabiles Team entwickeln, in dem sich jeder Mitarbeiter wohl fühlen kann und sich dieses auch auf seine tägliche Arbeit überträgt. Jeder Teammitglied ist bemüht seine KollegInnen bei auftretenden Schwierigkeiten oder auch bei anderen Problemen zu unterstützen. Einheitlich pädagogisches Handeln ist wichtig, insbesondere wenn man sich mit der Erziehung und Bildung von Kindern auseinandersetzt. Wir können von uns behaupten ein gut eingespieltes Kollegium zu sein, in dem es Spaß macht zu arbeiten. Dies belegt die mitunter schon jahrelange Tätigkeit vieler MitarbeiterInnen an unserer Schule. Nur durch die Nutzung aller und zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, kann es uns gelingen die Ziele unserer Schulstruktur zu verwirklichen. Und so kommen wir nach Beendigung eines Schultages doch zu dem Schluss, dass es sich lohnt auch diesen Kindern mit all ihren Schwierigkeiten und Problemen, Achtung und Wertschätzung entgegenzubringen um ihnen den Einstieg in das weitere Leben zu erleichtern. Darin zeigt sich die Identifikation eines Pädagogen mit seiner Arbeit.
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